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Windwurf nach dem Sturm: Schäden erfassen, Holz aufarbeiten, Käfergefahr im Blick

Nach einem Sturm ist die erste Frage immer dieselbe: Wo liegt wie viel? Erst wer den Überblick hat, kann Arbeitskräfte, Maschinen und Holzabfuhr planen, und zwar ohne sich in unübersichtliche Windwurfflächen zu wagen, in denen gespannte Stämme und hängende Bäume jede Begehung gefährlich machen.

Was ist Windwurf?

Als Windwurf bezeichnet man Bäume, die der Sturm samt Wurzelteller umgeworfen hat. Bricht dagegen der Stamm oder die Krone ab, spricht man von Windbruch. Sturmholz ist der Sammelbegriff für das Holz, das dabei anfällt und aufgearbeitet werden muss. Es zählt zum Schadholz, ebenso wie Holz nach Käferbefall oder Schneebruch.

Erst der Überblick, dann die Säge

Windwurf verteilt sich selten gleichmäßig. Neben großen Flächenwürfen gibt es einzelne geworfene oder gebrochene Bäume quer durch den Bestand, abgerissene Wipfel und angeschobene Bäume, die erst später fallen. Vom Forstweg aus lässt sich das kaum einschätzen. Wer trotzdem sofort mit der Aufarbeitung beginnt, beginnt oft an der falschen Stelle.

Ein vollständiges Bild der Schäden beantwortet drei Fragen auf einmal: Wo ist die Fläche am stärksten betroffen? Wie viel Holz liegt ungefähr? Wie kommen Maschinen sicher hin?

Windwurf­flächen aus der Luft erfassen

Die Drohne kann in der Regel schon am Tag nach dem Sturm fliegen, sobald Wind und Sicht es zulassen. Aus den Luftbildern entsteht eine Karte des gesamten Bestands. Innerhalb von rund 48 Stunden liegt die Auswertung vor:

  1. Windwurfkarte: alle betroffenen Flächen mit Lage und Größe, auch verstreute Einzelwürfe.
  2. Fallbaumzählung: geworfene und gebrochene Bäume, abgerissene Wipfel werden eigens markiert.
  3. Schadholzschätzung: eine belastbare Größenordnung der Holzmenge auf Basis der liegenden Bäume.
  4. Datierte Dokumentation: georeferenzierte Luftbilder mit Datum, zum Beispiel für Versicherung oder Förderstelle.

Die genaue Menge in Festmetern zeigt sich wie immer erst bei der Aufarbeitung. Für die Planung von Personal, Maschinen und Abfuhr reicht die Größenordnung aber, und sie liegt vor, bevor der erste Baum geschnitten ist.

Windwurf sicher aufarbeiten

Die Aufarbeitung von Sturmholz gehört zu den gefährlichsten Arbeiten im Wald. Gespannte Stämme, Wurzelteller, die zurückkippen können, und hängende Bäume erfordern Erfahrung und die richtige Technik. Eine gute Planung reduziert das Risiko:

  1. Reihenfolge festlegen: zuerst Zufahrten und Rückewege freimachen, dann die Flächen nach Dringlichkeit abarbeiten.
  2. Gefährliche Stellen kennen: Bereiche mit vielen gebrochenen oder hängenden Bäumen vorab einplanen, häufig ist hier Maschineneinsatz sicherer als Handarbeit.
  3. Fachleute einsetzen: Großflächige Würfe gehören in die Hände erfahrener Forstunternehmen.

Die Luftaufnahme ersetzt dabei keine Sicherheitsbeurteilung vor Ort. Sie sorgt aber dafür, dass alle Beteiligten vom selben Plan ausgehen.

Die Käfergefahr im Folgejahr

Liegendes und gebrochenes Fichtenholz ist bevorzugtes Brutmaterial für Borkenkäfer. Bleibt Windwurf bis zum Frühjahr liegen, kann daraus der Ausgangspunkt für Käfernester im stehenden Bestand werden. Waldeigentümer sind nach § 44 Forstgesetz verpflichtet, einer gefährlichen Schädigung des Waldes durch Forstschädlinge vorzubeugen.

Zwei Dinge helfen: das bruttaugliche Holz rechtzeitig vor dem Frühjahr aufarbeiten oder unschädlich machen, und die Ränder der Windwurfflächen im Folgejahr gezielt kontrollieren. Genau dafür lässt sich die Windwurfkarte mit einer späteren Borkenkäfer-Monitoring mit KÄFERRADAR verbinden: Sie sehen dann, was seit dem Sturm neu dazugekommen ist.

Sturmschaden dokumentieren

Für Versicherung oder einen Förderantrag zählt, was nachweisbar ist. Datierte, georeferenzierte Luftbilder unmittelbar nach dem Sturm halten den Zustand fest, bevor aufgearbeitet wird. Ob und wie ein Versicherer oder eine Förderstelle diese Dokumentation anerkennt, entscheidet die jeweilige Stelle. Fragen Sie dort am besten vorab nach.

Sturmschaden erfassen lassen

Häufige Fragen

Wie schnell nach einem Sturm kann die Drohne fliegen?

In der Regel am Tag nach dem Sturm, sobald Wind und Sicht einen sicheren Flug erlauben. Die Auswertung mit Windwurfkarte, Fallbaumzählung und Schadholzschätzung liegt in rund 48 Stunden vor.

Wie wird die Schadholzmenge geschätzt?

Auf Basis der liegenden Bäume, die in den Luftbildern erfasst werden. Abgerissene Wipfel werden eigens markiert. Das Ergebnis ist eine belastbare Größenordnung für die Planung, die genaue Menge zeigt sich bei der Aufarbeitung.

Warum ist Windwurf ein Risiko für Borkenkäferbefall?

Liegendes und gebrochenes Fichtenholz ist bevorzugtes Brutmaterial für Borkenkäfer. Bleibt es bis zum Frühjahr im Wald, kann sich der Käfer dort vermehren und in den stehenden Bestand übergehen. Deshalb sollte bruttaugliches Holz rechtzeitig aufgearbeitet und der Flächenrand im Folgejahr kontrolliert werden.

Alle Drohnenleistungen für Forst und Jagd: Wild und Wald


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