Wenn im Frühjahr die Käfer ausfliegen, ist es für den befallenen Baum zu spät, und oft auch für seine Nachbarn. Die Weichen werden jetzt im Herbst gestellt: Käfer, die sich im Spätsommer eingebohrt haben, überwintern meist im Baum. Wer diese Überwinterungsbäume findet und noch vor dem Frühjahr aufarbeitet, nimmt der nächsten Generation die Grundlage.
Warum der Herbst entscheidet
Borkenkäferschäden machten 2025 rund die Hälfte des österreichischen Schadholzes aus. Aus einem einzelnen Käferbaum im Herbst kann im Frühjahr ein Nest werden, denn befallene Bäume sind der häufigste Ausgangspunkt dafür, dass sich der Befall im Umkreis von 100 bis 300 Metern weiter ausbreitet.
Das Problem: Im Herbst sind diese Bäume schwerer zu finden als im Sommer. Das Bohrmehl am Stammfuß fehlt oft oder wurde vom Regen weggewaschen, und die Krone beginnt sich erst langsam zu verfärben.
Woran Sie Käferbäume erkennen
Am sichersten ist die Kontrolle am Stamm. Achten Sie auf diese Anzeichen:
- Krone: Nadeln verfärben sich von grün über gelblich nach rötlich-braun, die Krone wird lichter.
- Stammfuß und Rindenschuppen: braunes Bohrmehl, sofern es nicht weggewaschen ist.
- Rinde: Harztropfen am Stamm, später lösende oder abfallende Rinde.
- Spechtabschläge: Im Winter suchen Spechte gezielt befallene Bäume auf, frische Rindenspäne am Boden sind ein deutlicher Hinweis.
Gerade das erste Merkmal, die verfärbte Krone, ist vom Boden aus im geschlossenen Bestand kaum zu sehen. Von oben dagegen schon.
Muss ich Käferbäume melden?
Ja, in Österreich gibt es eine Meldepflicht. Nach § 43 Forstgesetz 1975 müssen Waldeigentümer Wahrnehmungen über eine gefahrdrohende Vermehrung von Borkenkäfern umgehend der Forstbehörde melden, zuständig ist die Bezirksforstinspektion bei der Bezirkshauptmannschaft. Nach § 44 sind Waldeigentümer zudem verpflichtet, Forstschädlinge, die sich in gefahrdrohender Weise vermehren, wirksam zu bekämpfen. Kommt jemand einer behördlichen Aufforderung nicht nach, kann die Behörde die Aufarbeitung auf seine Kosten durchführen lassen.
Eine Karte mit jedem Verdachtsbaum als Punkt und Foto erleichtert beides: die Meldung und den späteren Nachweis, was erledigt wurde.
Käferbäume aufarbeiten: was jetzt zu tun ist
- Finden: Verdachtsbäume systematisch erfassen, nicht nur entlang der Forststraße.
- Prüfen: Am Stamm bestätigen, ob tatsächlich Befall vorliegt oder eine andere Ursache wie Trockenstress oder Pilz.
- Aufarbeiten: Befallene Bäume fällen und das Holz rasch aus dem Wald bringen oder unschädlich machen, etwa durch Entrinden, Häckseln oder Lagern unter Folie.
- Dokumentieren: Festhalten, welche Bäume erledigt sind, damit beim nächsten Kontrollgang niemand dieselben Stellen erneut sucht.
Ziel ist, die befallenen Bäume aus dem Bestand zu haben, bevor im Frühjahr die Käfer ausfliegen. Je früher im Herbst gefunden wird, desto mehr Zeit bleibt für die Aufarbeitung, auch wenn Frost und Schnee die Arbeit im Bestand später erschweren.
Wie die Drohne beim Finden hilft und wo nicht
Ein Kontrollgang zu Fuß ist wirksam, aber in großen oder steilen Beständen sehr personalintensiv. Die Drohne ersetzt ihn nicht, sie macht ihn gezielter. Mit Borkenkäfer-Monitoring mit BLICKWINKEL KÄFERRADAR fliegen wir den Bestand einmal ab und liefern jeden auffälligen Baum als GPS-Punkt mit Foto der Krone. Ihr Forstpersonal geht dann dorthin, wo es sich lohnt, statt die Fläche abzusuchen.
Dabei sagen wir ehrlich, was die Luftaufnahme kann: Fernerkundung erkennt Befall erst, wenn die Krone messbar reagiert. Verfärbte, ausgedünnte und abgestorbene Kronen sowie Windwurf finden wir zuverlässig, frisch befallene grüne Bäume nicht. Ob ein auffälliger Baum tatsächlich besetzt ist, entscheidet die Kontrolle vor Ort.
Wir ersetzen den Förster nicht. Wir zeigen ihm, wo er zuerst hinmuss, liefern jeden Verdachtsbaum als Punkt mit Foto und dokumentieren, was seit der letzten Kontrolle neu ist und was erledigt wurde.
Für die Saison 2026 bieten wir eine Herbstkontrolle für Fichtenbestände ab etwa 30 Hektar an, mit geprüfter Verdachtskarte innerhalb von sieben Werktagen und gemeinsamer Bodenkontrolle einer Stichprobe mit Ihrem Forstpersonal. Kleinere Flächen bündeln wir über Gemeinden oder Waldverbände.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, um Käferbäume zu suchen?
Für Überwinterungsbäume von Ende September bis in den November, solange die Kronen sich verfärben und noch vor starken Frösten aufgearbeitet werden kann. Im Sommer lohnt die Suche nach jeder Schwärmwelle, nach einem Sturm zusätzlich die Kontrolle von Windwurf.
Erkennt eine Drohne Borkenkäferbefall, bevor der Baum rot wird?
Nein. Fernerkundung erkennt Befall erst, wenn die Krone messbar reagiert. Die Drohne zeigt verfärbte, ausgedünnte und abgestorbene Kronen und damit, wo der Kontrollgang zuerst hinmuss. Die Bestätigung erfolgt am Stamm.
Wem muss ich Borkenkäferbefall melden?
In Österreich der Forstbehörde, also der Bezirksforstinspektion bei der Bezirkshauptmannschaft. Nach § 43 Forstgesetz sind Wahrnehmungen über eine gefahrdrohende Vermehrung von Borkenkäfern umgehend zu melden. Angaben ohne Gewähr, im Zweifel gibt die Bezirksforstinspektion Auskunft.
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